schraubenzieherDer Knick ist geknickt!

Typisch in der Feldmark hier in Schleswig-Holstein sind die Knicks. Von ursprünglich nach dem 2. Weltkrieg vorhandenen 80.000 km Knicks, sind es heute kaum mehr 40.000 km. Die Knicks dienten insbesondere als Windschutz in der Feldmark und auch als Brennstofflieferant im waldarmen Schleswig-Holstein. Jeder Knick, dessen Grundlage ein ca 3-5 m breiter Erdwall ist, besteht aus  Eschen, Eichen, Hainbuchen, Schlehdorn, Vogelkirsche, Heckenrose, Hartriegel, Brombeersträuchern etc. und bildet so ein Biotop für bis zu 7000 Tierarten. Grund genug, dass diese Knicks unter Naturschutz gestellt wurden. Wenn ich mit Dackel Lilly durch die Feldmark gehe, freue ich mich immer wieder über die Vielfalt der Tiere, vom Käfer bis zum Feldhasen, der dort Deckung sucht.
Auch unsere Grundstücksgrenze zum Osten und zum Teil zum Süden ist durch solch einen Knick begrenzt.
Nun ist es der die Pflege und auch den Erhalt eines Knicks aber wichtig, dass dieser so ca alle 10 bis 15 Jahre „auf den Stock“ gesetzt, also „geknickt“ wird. Das ist mühsame Arbeit, selbst mit der Motor-Kettensäge und der Astschere. Deshalb gibt es jetzt zur Arbeitserleichterung die Knickscheren, die aber den Nachteil haben, dass sie das Holz nicht schneiden, sondern häufig quetschen.

Jetzt waren auch unsere die Grenze bildenden Knicks an der Reihe. Irgendwie tat uns das weh, obwohl es mit der Kettensäge fachmännisch gemacht wurde. Haben wir sonst aus den Büro- oder den Wohnzimmerfenstern auf diese Vielfalt an Pflanzen geschaut, so sehen wir jetzt nur noch Stumpfe.
Es soll ja alles nachwachsen, glauben wir gerne, doch wie lange wird das dauern? Und wird es wirklich so, wie es war?

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Hier hinter dem kleinen Teich sieht man deutlich den Erdwall, wo nur noch Stumpfe zu sehen sind. Selbst die Mauer links vom Tor sieht man jetzt, sie war zuvor völlig zugewachsen.

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Zum Glück ist am kleinen Teich die jetzt entlaubte wunderschöne Mooreiche nur ein wenig aufgeästet.

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Auch rechts vom Tor, hinter dem großen Teich, sieht man den Wall und den geknickten Knick. Rechts von der Terrasse (im Bild nicht zu sehen = Südseite)) hat uns der Knick im letzten heißen Sommer immer herrlichen Sonnenschutz geschenkt.

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Und da um uns herum alles flach ist, können wir jetzt sogar durch die Eichenallee sehen. Vorteil wie man hier sagt: Hier ist es so flach und wir können soweit schauen, dass wir schon am Mittwoch sehen, wer uns am Sonntag besuchen kommt.
Jetzt sind wir gespannt, ob wie zum Frühjahr alles austreibt und vor allem wie stark. Im Juni werden wir von den gleichen Stellen wieder Fotos machen und hier veröffentlichen.