Bohrmaschine-Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer?

Eine Frage, die immer wieder auftaucht, ist nach dem Unterschied zwischen Bohrhammer, Schlagbohrmaschine und Bohrmaschine.
Was dem Profi klar ist, muß dem Heimwerker noch lange nicht klar sein, besonders dann, wenn er sieht, dass es Bohrmaschinen mit 1 Gang, 2-Gang und Mehrgang gibt, welche ist dann die richtige?
Beginnen wir mit der Bohrmaschine.aeg_schlagbohrmaschine.jpg
Meist findet man die Bohrmaschine mit 2 Gängen, sie wird besonders da eingesetzt, wo präzise in unterschiedlichen Materialien gebohrt werden muß. Bei den technischen Angaben werden in der Regel die maximalen Bohrdurchmesser in Stein oder Metall genannt.

Bei einer 10 mm Bohrmaschine bedeutet dies, dass die Bohrmaschine in ihrer Motorleistung (Drehzahl und Drehmoment) auf einen Durchmesser von 10 mm in Stahl ausgelegt ist.
Bei einer Schlagbohrmaschine wird der größtmögliche Durchmesser in Gestein genannt.
Hier iist auch schon ein Kriterium für den Kaufentscheid: Bohre ich hauptsächlich in Gestein, so ist die Schlagbohrmaschine erste Wahl, bohre ich aber meist in Stahl oder Holz, sollte die Schlagbohrmaschine gewählt werden, bei der das Schlagwerk in der Regel abgeschaltet werden kann.
Oft kommt die Frage, ob mit einer 10 mm Bohrmaschine auch größer oder kleiner gebohrt werden kann.
Antwort wie bei Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber….denn je kleiner der Bohrdurchmesser, desto geringer wird die Umfangsgeschwindigkeit des Bohrers und desto langsamer damit der Arbeitsfortschritt. Klingt verwirrend, aber mit einer 10 mm Bohrmaschine benötigt man mehr Zeit, um ein 6 mm Loch zu bohren, als mit einer 6 mm Bohrmaschine, obwohl ja die Motorleistung einer 10 mm Bohrmaschine meist höher ist, als die einer 6 mm Bohrmaschine. Je größer der Bohrdurchmesser ist, desto höher wird die Bohrmaschine belastet. Umgekehrt: verwendet man zum Beispiel größere Bohrer als 10 mm an einer 10-mm-Bohrmaschine, dann nimmt die Drehzahl der Maschine durch die höhere Belastung ab, was zur Folge haben kann, dass der Motor überlastet wird und durchbrennen kann.
Bei den „DreiEurofünfzigCent“ Maschinen aus dem Billigbaumarkt wird das immer wieder beobachtet. Wer diese Maschinen kauft, wirft oft gutes Geld zum Fenster raus.

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Ein weiterer Unterschied ist bei den Bohrmaschinen in der Form, besonders beim Handgriff festzustellen. Da unterscheidet man den Pistolengriff und den D-Griff, auch Spatengriff genannt. Der Pistolengriff ist handlicher in der Anwendung, man findet ihn meist bei Maschinen bis 13 mm Bohrbereich. Wenn die Bohrmaschine einmal blockieert, so kann über den Hebelarm des Pistolengriffs ein teil des Rückdrehmoments abgefangen werden. Der Zusatzhandgriff sollte aber in jedem Fall montiert sein.
Über den Hebelarm des Pistolengriffes kann im Blockierfall ein Teil des Rückdrehmomentes abgefangen werden. Die Verwendung eines Zusatzhandgriffes ist stets empfehlenswert, bei größeren Bohrdurchmessern unerläßlich.
Der D-Griff ist bei Bohrmaschinen über 13 mm anzutreffen. Hier ist der Zusatzhandgriff unbedingt zu montieren, denn der Hebelarm des Spatengriffs ist gleich 0 und wenn die Maschine einmal blockiert, läßt sie sich ohne diesen Zusatzgriff nicht mehr beherrschen.
Sind viele Löcher mit gleicher Tiefe zu bohren, so ist der mitgelieferte Tiefenanschlag ein Muss. Er spart so nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Bohrermaterial.
Mehr und mehr haben sich elektronisch gesteuerte Bohrmaschinen durchgesetzt.
Obwohl die meisten Schlagbohrmaschinen eine elektronische Steuerung besitzen, macht es Sinn, zusätzlich die Maschine mit mehreren Gängen auszurüsten, denn die Elektronik steuert nur die Drehzahl, aber nicht den Drehmomentbereich. Der Drehmomentbereich wird dann durch die einzelnen Gänge, die Getriebeabstufungen bewirken, gesteuert.

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Neben der Bohrmaschine und der Schlagbohrmaschine gibt es noch den Bohrhammer.
Hier wird nicht die Bohrleistung oder die Schlagzahl der Schlagbohrmaschine angegeben, sondern das Gewicht des Bohrhammers. Leichte Bohrhämmer liegen zwischen 1,5 und 3,0 kg, mittelschwere bis 5,00 kg und schwere Bohrhämmer wiegen bis zu 10 kg.
Der Bohrhammer verfügt meist über ein pneumatisch – rotierendes Schlagwerk und wird zum Bohren in Beton und Gestein eingesetzt. Die Schlagenergie des Bohrhammers wird allein durch das Schlagwerk produziert, keinesfalls durch den Druck des Bedienungsmannes. Das Schlagwerk ist meist von Schlagen auf Bohren umschaltbar, so daß ein Bohrhammer auch als Schlagbohrmaschine oder Bohrmaschine eingesetzt werden kann.

Wir führen in unserem Shop Maschinen von AEG, Makita und von Ryobi.

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Stelle immer wieder fest, dass Leute Probleme damit zu haben zu sagen, welche Art von Bohrer sie für welchen Zweck verwenden sollte. Aber ich denke mit eurem Artikel sollte jeder die richtige Werkzeug Auswahl hinbekommen!

  2. Hallo.
    Da ich sowohl eine Bohrmaschine, eine Schlagbohrmaschine als auch (mittlerweile) einen Bohrhammer habe, würde ich jedem dazu raten sich eine Bohrmaschine zu kaufen, falls „mal eben“ ein normales Loch gebohrt werden muss.
    Für alle anderen Arbeiten, also auch für das Bohren in sehr harte/massive Baustoffe, würde ich den Bohrhammer nehmen.
    Eine Schlagbohrmaschine braucht man(n), zumindest meiner Meinung nach, aufgrund des Bohrhammers, nicht mehr.
    Gruß
    Bruno T.

  3. Wir haben den Verkauf von Elektrowerkzeugen schon vor vielen Jahren aufgegeben. Grund war u.a., dass der für uns zuständige Außendienstmitarbeiter unseres Lieferanten bei seinen Besuchen nur eins im Sinn hatte, dass wir die Abnahmemengen weiter aufstocken. Bei Reklamationen und Beanstandungen hörte er einfach nicht hin, war ihm egal, was Kunden oder wir zu kritisieren hatten.
    Dann eben nicht, wir versuchen immer, unseren Kunden gerecht zu werden und Produkte zu verkaufen, hinter denen wir auch zu 100% stehen.

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