schraubenzieherNichts ist barer als Bargeld?

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In Zeiten des bargeldlosen Geldverkehrs  ist Bargeld bei uns nur noch in der Portokasse.
Aber es gibt einen Kunden bei uns, der zahlt grundsätzlich bar. „Mach mir einen anständigen Preis, ich zahle bar““ Unanständige Preise haben wir sowieso nicht und Bargeld ist schon fast eine Drohung. Warum?
Der Kunde, nennen wir ihn hier einmal Meyer, kaufte einen Cedima-Fugenschneider, dazu diverse Diamantscheiben und auch noch eine Norton-Steintrennmaschine. Also, ein richtig schöner Kauf zu einem anständigen Preis.  

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Herr Meyer erzählte uns noch, dass er gut verdient habe und deshalb noch investieren wolle. Er sei vorher noch zur Bank gefahren und habe „Schotter“ geholt, dehalb müsse für den Cedima- Fugenschneider und die Norton-Steintrennmaschine ein Superpreis gemacht werden. Seinen neuen Wagen habe er auch bar bezahlt. „Nichts ist so bar wie Bargeld und Bargeld lacht“. Aber da irrte er gewaltig. Wir haben noch ein paar Kassen Kaffe getrunken, er hat seine Zigarre geraucht und ich habe nur gewartet, dass er sagt, ich sollte ihm den Fugenschneider und die Steintrennmaschine schön weihnachtlich einpacken. cedima_steintrennmaschine.jpg

Natürlich  sind wir froh, wenn unsere Kunden so prompt bezahlen und Herr Meyer meint es ja auch nur gut mit uns. Was er nicht wissen konnte, dass wir unsere Bank nicht gerade um die Ecke haben und 5.900 Euro Bargeld  in der Schreibtischschublade gibt ja auch nicht gerade ein beruhigendes  Gefühl, zumal bei einem Einbruch Bargeld nicht versichert ist, bzw. nur bis zu 500 Euro (muß nochmal die Police ansehen).

Also, hin zur nächsten Bank und Einzahlung aufs Konto.  Nicht bedacht, dass Banken ja Mittagspause haben, also zur nächsten Bank, die hat durchgehend geöffnet. 5.900 Euro hingelegt, und gesagt, die will ich einzahlen. Haben Sie Ihren Ausweis mit – kam die Frage von der freundlichen Dame. Warum? Das ist wegen dem Geldwäschegesetz. Ausweis rübergereicht, dann wurde ein ellenlanges Formular ausgefüllt, mein Ausweis noch kopiert und dann ging es endlich los. Geld gezählt, stimmt.  „ Macht 11.80 Euro.“.  „Wofür? Eintritt bei der Bank?“  „Nein,  die Einzahlung kostet 2 o/oo“   Bankgebühr. Und wann ist das Geld auf dem Konto?
In 2-3 Tagen, kam die Antwort. Wetten, dass es erst in 3 Tagen da ist?  Da kann man sich bei den vielen Beträgen, die im Laufe eines Tages bei den Banken eingehen eine ungefähre Vorstellung davon machen, welche Zinseinnahmen die Banken allein damit einstreichen – zuzügl. 2 o/oo.
Und jetzt geht mir auch ein Licht auf,  die müssen ja soviel verdienen, sonst könnte der Ackermann doch seine Geldbuße von läppischen 3.2 Millionen Euro nicht aus der Hosentasche zahlen. 

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Fazit:  Fugenschneider und Steintrennmaschine verkauft, 5.900 Euro bar eingenommen (Umsatz!!!! Nicht Gewinn!!!)  22 km gefahren fast 2 Stunden unterwegs und um 11.80 Euro ärmer wieder zurück ins Büro gekommen. Aber zur Gehaltssicherung von Ackermann einen Beitrag geleistet.
(Könnte ich auch drauf verzichten).
Nicht ist barer als eine Überweisung. Aber das lassen wir Herrn Meyer nicht wissen.

 

Fotos: Pixelquelle.de
Ilse Dunkel
Stephanie Hofschläger