Der Kreis hat sich geschlossen

Dass wir auch aus dem Ausland Bestellungen bekommen, hat mich am Anfang schon gewundert, heute ist das normal. Nicht normal ist z.B., dass wir eine Terrassenheizung nach Kanada liefern oder Vermessungsgeräte nach Südafrika. Aber Lieferungen in die westeuropäischen Länder sind mittlerweile „Heimspiele“.


Ein Land allerdings hat gefehlt, aus dem Land kam keine Bestellung, das hat mich immer gewurmt. Denn das Land ist mein absolutes Lieblingsland, weil ich es schon als Jugendlicher per Anhalter mehrfach durchreist habe: die „grüne Insel“, Irland. Wer Irland kennt, wird mich verstehen. Heute endlich kam die erste Bestellung aus Irland, eine Husqvarna-Steintrennmaschine TS 300 E. Jetzt sind alle westeuropäischen Länder durch, die meisten bereits mehrfach. Nun freue ich mich auf Osteuropa. Da hatten wir bislang nur Ungarn Rumänien und Slowenien als Lieferländer.
Zugegeben, privat schimpfe ich immer noch über den Euro und wünsche mir die D-Mark zurück, aber im internationalen Handel ist der Euro einfach nicht mehr wegzudenken, er vereinfacht jedes innereuropäische Geschäft als wäre es normaler Binnenhandel.

Sind wir hier Esel oder was?

Habe ich mich heute gefragt. Es kam Besuch eines Vertreters, der uns als Kunden gewinnen wollte. Die Maschinen, die er uns vorstellte waren total okay, sie haben mich zwar nicht vom Hocker gerissen, aber sie sind sicher gut im Markt zu etablieren.
Dann kam die spannende Frage nach den Konditionen. „Also das machen wir so“ holte er weit aus „wenn Sie mit uns einen Umsatz von xy machen, dann bekommen Sie einen Wiederverkaufsrabatt von soundsoviel, wenn Sie dann aber xy x 2 machen, dann erhöhen wir den Rabatt um 10 % und wenn sie xy x 3 machen, dann bekommen Sie noch einmal weitere 10 % und alles frachtfrei geliefert. Schließlich wollen wir Sie ja anspornen, viel Umsatz mit uns machen“.
Ich habe dann versucht, ihm klar zu machen, dass wir die Produkte unserer Lieferanten mit viele Engagement am Markt verkaufen, weil wir selbst davon überzeugt sind. Aber das würde nur Sinn machen, wenn uns die Lieferanten gleich die Konditionen einräumen, die erforderlich sind, um mit unserem Wettbewerb mithalten zu können. Wörtlich habe ich ihm gesagt: „Wir sind doch keine Pferde, denen man ein Bündel Hafer vors Maul hält, damit sie schneller laufen“.
Seine Antwort war so dusselig, dass er 2 Minuten später wieder im Auto sass.
Der hat uns nämlich nicht mal für Pferde gehalten, der dachte, wir sind ESEL.

Foto: Pia Kaiser, Pixelio.

Mindestlohn für Selbständige

Diese Diskussion schiebt Doc. Sahrah Schons an. Sie ermittelt für Ihre Tätigkeit als Ärztin einen Stundenlohn von € 5,26 brutto (!!) Gut, dass von kompetenter Seite dieses Thema einmal aufgegriffen wird.
Viele meinen ja immer noch, dass Selbstständigkeit gleichbedeutend mit hohem Einkommen, dickem Wagen, großzügigem Spesenkonto usw. ist. Zumindest hat ja jeder Selbständige einen Esel in der Ecke stehen, der Dukaten kackt.
Wenn ich meinem Einkommen meine Arbeitsstunden gegenüberstelle, einschl. der an Wochenenden geleisteten Stunden, davon max. 10 Tage (nicht 6 Wochen) Urlaub abziehe, und daraus meinen Stundenlohn errechne, so wäre es wirtschaftlicher, morgens im Bett zu bleiben, statt aufzustehen.
Aber Selbständigkeit ist ein Bazillus, der mich an meinem ersten Arbeitstag schon befallen hat. Schon eine Woche nach dem Schritt in die Selbständigkeit war ich für immer und ewig für ein Angestelltenverhältnis „versaut“.
Ich würde diesen Schritt trotz aller Probleme auch immer wieder tun.

Fast alles wieder im Griff

Ich war gestern Abend so stinkig, dass mein Rechner nicht wollte, was ich wollte, auch unserem Fachmann Thomas die Gefolgschaft verweigerte, dass ich die Kisten schon in der Elbe versenken wollte.
Aber ich dachte mir 50 % sind jetzt okay 50 %  am Rechner sind nicht okay, was kann ich gewinnen oder verlieren? Klar, jeweils 50 %. Also meine Sammlung an Disc-Doctoren, Utilities für den Notfall, Programm-CDs usw. zusammengesucht, einen dicken Pott Kaffee auf den Schreibtisch, keinen Tee, der wirkt bei mir nicht, und Diskjockey gespielt.
nacht_am_pc.jpg
Festgestellt, dass die Registry Probleme bereitet und mit einem einfachen Tool, „Tune up Utilities 2008“, die Fehler in der Registry beheben lassen. Es hat tatsächlich geklappt. Das wichtige Warenwirtschaftssystem jedenfalls, mein Hauptanliegen, läuft wieder, ein paar Programme noch nicht, müssen neu installiert werden, macht aber nichts, aber so gab es heute keinen Grund, lässig rumzuhängen und auf die Technik zu meckern. Fehlten ein paar Stunden Schlaf, aber was uns nicht umbringt…
Allerdings kostet das Malheur mindestens 1 freien Tag am Wochenende, wenn nicht sogar beide Tage, das Meckern fange ich erst dann an, wenn herrliches Frühlingswetter sein sollte, was ich für Euch natürlich hoffe.

Foto: Maja Dumat, Pixelio

Ganze Arbeit….

…….hat der neu installierte Virenscanner in unserem kleinen Netzwerk geleistet und in der Nacht von Sonntag auf Montag so richtig tief ins System eingegeriffen (aber einen Virus hat er nicht gefunden).  So tief, dass ich unseren  Techniker, der seit über 15 Jahren unsere Soft- und Hardware betreut, erstmalig habe fluchen hören. Dummerweise konnte er erst heute kommen, denn Montag und Dienstag war er geschäftlich in Süddeutschland. Aber bevor ich einen Fremden hier ranlasse, haben wir lieber gewartet und so gut es ging alles mit Notebooks erledigt. Allerdings fehlt da das Warenwirtschaftssystem und genau das, unser Herzstück, läuft neben ein paar anderen unwichtigen Programmen nicht. Also keine Rechnungen, keine Lieferscheine, kein Monatsabschluß und kein Quartalsabschluß, wir kommen nicht laufende Bestellungen, an die kundenspezifischen Sonderpreise, nicht an Kunden-, Lieferanten- und Artikelstammdaten.  Mal eben in einem alten Auftrag mal etwas nachsehen geht nicht, die Aufträge, die zur Lieferung anstehen, sind wunderbar da archiviert, wo wir nicht rankönnen.
computercrash_192340.jpgAlso erstmal so arbeiten, wie wir es zuletzt vor ewigen Zeiten gemacht haben: Lieferscheine per Hand schreiben, damit wenigstens ausgeliefert werden kann. Die Aufträge nach Notizen und dem Gedächtnis zusammenstellen (letzteres ist mein Hauptproblem) und hoffen, dass alles richtig und vollständig geliefert werden kann. Heute frage ich mich oft, wie das früher überhaupt alles ohne PC funktioniert hat, hat es aber. Und da keine Software streikte, kein PC  eine Störung hatte, blieb Ärger erspart und trotzdem klappte alles. Ich will aber die alten Zeiten nicht zurück haben. Dagmar sagt immer, mir den PC wegzunehmen, wäre DIE Höchststrafe für mich. Und wo sie Recht hat, hat sie auch Recht.

Um 21:00 Uhr hat Thomas aufgegeben,  morgen muß er zu einer Terminsache, ist aber per Mobiltelefon erreichbar. Bin mal gespannt, wie schnell der Service unseres Warenwirtschaftssystems ist. Bis vor kurzem war die Service nur 15 km entfernt, jetzt sind es schlappe 90 km.  Rationalisierung nennt man da, natürlich nur zum Wohle des Kunden.

(Foto: Pixelio.de, bennyleni77)

Alle (Früh)jahre wieder

ist unser Postbote Briefzusteller richtig stinkig. Er wirft dann nämlich die Post nicht in den Briefkasten, sondern gibt sie persönlich ab und murmelt vor sich hin: „Ihr Briefkasten ist zu klein, Sie sollten mal einen größeren kaufen“.
Der Grund ist ganz einfach: so ca. 3 Wochen vor und 3 Wochen nach dem letzen Sonntag im März, wenn die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt werden, ist der Posteingang mehr als doppelt so groß, wie normal. Dann kommen die neuen Preislisten, ein Bazillus, von dem wohl jeder Hersteller mehr und weniger stark befallen ist. Mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns und Bitte um Verständnis wird eine Preiserhöhung angekündigt. Die meisten Begleitschreiben bringen mich immer zum Weinen, weil soviel Trauer im Text zu lesen ist wegen der „unumgänglichen Maßnahme“ .
Die Leute von der Marketingabteilung, die diesen Scheissdreck Sermon schreiben, sollten sich mal beim Beerdigungsinstitut anstellen lassen, um Trauerreden zu verfassen. Ich habe beim Lesen immer den Eindruck, die haben ein richtig schlechtes Gewissen. Nicht weil sie die Preise erhöhen, sondern wie sie die Preise erhöhen.
Wäre schön, wir könnten unseren Kunden auch so einen Brief schreiben und sie vor vollendete Tatsachen setzen nach dem Motto: Friss oder stirb. Die Kunden würden uns laut auslachen und zum Teufel jagen.

Essen kommen umgekehrt

Ludger Freese

Heute hieß es nicht „Essen kommen“ wie Ludger Freeses Blog, sondern „Essen ist gebracht worden“.
DHL, gestern von mir noch geschmäht, bringt eben ein Paket von Ludger Freese, – bekannter Blogger und fernsehbekannter Fleischermeister.
Inhalt: siehe oben, sogar mit der neuen Feuerwurst, auf die ich mich besonders freue.
Wie kam es dazu? Ludger hatte vor einigen Tagen ein kleines Fragespiel bei „Essen kommen“ an dem ich mich beteilgt habe und zu meiner großen Freude dieses herrliche Paket gewonnen habe.
Danke, lieber Ludger, Danke auch Dir, Lucas, für Dein goldenes Händchen.
Wir freuen uns, auch Lilly wedelt schon den ganzen Tag und sagen Euch ein herzliches Dankeschön!!

Nichts scheint unmöglich

zu sein bei unseren Kunden.
Bild021Am Nachmittag komme ich vom Außendienst zurück, steht da hübsch verpackt eine Flasche Rotwein. Dabei lag eine Karte mit einem Dankeschön für unsere Geduld.
Ich konnte es nicht glauben. was da passiert war. Ein treuer Kunde unseres Shops, der schon seit längerer Zeit auf Rechnung beliefert wird und immer prompt bezahlt hatte, blieb uns aus Dezember eine Zahlung schuldig. Er sagte uns, dass er jetzt im Februar einen Auftrag beginnen würde, dann würde er zahlen. Da wir mit dem Kunden immer nur gute Erfahrungen gemacht hatten, hatten gab es keinen Grund zu zweifeln.
Montag war bereits das Geld auf dem Konto und heute kam diese Überraschung.
Wie sagt man im Norden: To scheun, datt wi datt noch beleeven könnt!

Nachtrag zu Ebay

Gestern wurde eifrig in Foren und Blogs über das Thema der neuen Bewertung bei Ebay diskutiert. Es war interessant, was dort zu lesen war. Für mich unvorstellbar: Viele Käufer, die irgendwann einmal betrogen wurden,  die schlecht bewertet wurden, weil die Zahlung zu lange dauerte (was ja auch an der Bank liegen kann), viele die geschrieben haben, „Ebay nie wieder“.
Auf der anderen Seite die Powerseller, die sogar zum Boykott aufgerufen haben.
Nur eins verstehe ich nicht, da wird geklagt, dass Provisonen und Einstellgebühren kaum noch zu bezahlen sind, dass 10 % eher die unterste Grenze sind, dass sogar 15 % und mehr an Ebay zu zahlen sei. Warum nur, liebe Powerseller, nehmt Ihr dann keinen eigenen Shop, ermäßigt die Preise um 10 % zur Freude der Kunden und müsst Euch nicht mehr über Ebay ärgern? Warum 10 % an Ebay, statt an die Kunden?

Leider ist der ursprünglich gute Gründungsgedanke von Ebay total ins Hintertreffen geraten, nämlich dass jeder, der überflüssige Sachen in seinem Haushalt hat, diese versteigern und versilbern kann. Stattdessen ein undurchschaubares, teilweise anonymes Heer an Profiverkäufern, die nur ganz schnell verkaufen wollen, aber das Wort Garantiebearbeitung oder Service weder buchstabieren, noch aussprechen können.

Ebay ändert das Bewertungssystem – ich finde das gut, viele nicht.

Heute geht durch Presse und Blogs, dass Ebay die Bewertungskriterien ändert. Zumindest hat der künftige Boss von Ebay das schon jetzt angekündigt. Es sollen zwar weiterhin die Käufer die Verkäufer bewerten dürfen, aber die Verkäufer nicht mehr die Käufer. Die Verkäufer und besonders die Powerseller laufen gegen diese Absicht Sturm. Ich hingegen finde, das ist endlich einmal eine gescheite Veränderung bei Ebay und ich verstehe die Verkäufer nicht, die dagegen protestieren.

1. Zur Zeit ist es so, dass der Verkäufer erst einmal die Bewertung des Käufers abwartet, dann erst bewertet der Verkäufer den Käufer. Das läuft überall gleich ab und nach dem Motto: Bewertest Du mich schlecht, bewerte ich Dich schlecht. Schlechte Bewertungen sind für einen Verkäufer von erheblichem Nachteil, also setzt er seine Bewertung in der Regel als Druckmittel ein. Selbst wenn der Käufer also Grund zur Beanstandung hat, wird er das nicht schreiben, denn er muß dann eine Retourkutsche befürchten.

2. Wer anständig liefert und seine Aufträge ordentlich abwickelt, muß keine Angst vor schlechten Bewertungen haben. Pannen passieren überall und mit einem freundlichen Telefongespräch kann man schon im Vorwege den zu erwartenden Ärger des Käufers mildern.

3. Frage ich mich nach dem Wert einer BeWERTUNG, wenn ich lese: „alles bestens, gerne wieder „, „alles Supi“, „toller Ebayer“, „schöne Ware, schnell geschickt“. Ich weiß wirklich nicht, was ich mit den teilweise schwachsinnigen Bewertungen anfangen soll. Wenn die wegfallen, ist das eher ein Gewinn, denn der Käufer wird dann ehrlich bewerten, ohne Angst haben zu müssen, dass der Verkäufer ihn rächt.

4. Das Argument, dass faule Käufer so ungeschoren bleiben, überzeugt mich nicht. Ebayhändler verlangen Vorkasse und wer nicht im Vorwege zahlt, bekommt die Ware nicht. Also werden faule Kunden garnicht erst beliefert.